EthikJournal

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    • Johannes Giesinger (Zürich)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 2
      Kindeswohl

      Kindeswohl und Respekt

      In diesem Beitrag wird diskutiert, welche Bedeutung der Kindeswohl-Begriff im Rahmen einer normativen Konzeption von Kindheit haben kann. Die These lautet, dass der Begriff zwar unverzichtbar ist, jedoch anderen normativen Konzepten – und insbesondere dem Begriff des Respekts – untergeordnet werden sollte: Erstens sollten Kinder nicht nur als Träger von Interessen, sondern als moralische Gegenüber gesehen werden, die normative Ansprüche stellen können. Zweitens sollte Kindern ein begrenzter Anspruch auf Autonomie zugestanden werden, der unabhängig von Erwägungen zu ihrem Wohlergehen ist. Drittens müssen sich paternalistische oder pädagogische Eingriffe in das kindliche Handeln an der Frage orientieren, ob das Kind ihnen vernünftigerweise zustimmen könnte.

      Kindeswohl Respekt Interessen Kinderrechte Autonomie

    • Lothar Krappmann (Berlin)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 2
      Kindeswohl

      Das Kindeswohl im Spiegel der UN-Kinderrechtskonvention

      Das von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 verabschiedete und mittlerweile von 193 Staaten ratifizierte Übereinkommen über die Rechte des Kindes ist weiterhin Gegenstand rechtlicher und moral-ischer Auseinander-setzungen. Dabei steht insbesondere die richtige Auslegung des im Artikel 3, Abs. 1 festgeschrie-benen Begriffs des Kindeswohls im Mittelpunkt der Kontroversen. Diese Kontroversen werden nachgezeichnet und die verschiedenen Argumente werden abge-wogen. Es wird herausgearbeitet, dass der primäre Vorrang, der dem Kindes-wohl gebührt, erst durch die Kinderrechtskonvention festgeschrieben wird. Dabei wird auch die Diskussion nach der rechtlichen Unbestimmtheit des Kindeswohlbegriffs aufge-griffen und dem Vorwurf begegnet, der Artikel 3 sei allzu vage formuliert. Zudem wird die Lesart einer kindbasierten Bestimmung des Kindeswohls unterstützt und der enge Zusammenhang zwischen Kindeswohl und Gehör für die Interessen des Kindes darge-legt. Außerdem wird erörtert, wie eine Abwägung des Kindeswohls gesichert werden kann.

      best interests elterliche Sorge Interessen des Kindes UN-Kinderrechtskonvention Kinderrechtsumsetzung Kinderrechtsverletzung Kindeswohl Kindeswohlabwägung Unbestimmtheit des Kindeswohls Menschenrechte UN-Kinderrechtsausschuss

    • Andreas Lienkamp (Osnabrück)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 2
      Kindeswohl

      Kindeswohl und Soziale Arbeit

      Kinder und Jugendliche sind eine vulnerable Bevölkerungsgruppe, deren Würde und Wohl besonders geschützt werden muss. Dennoch kommt es immer wieder zu erheblichen Kindeswohlgefährdungen bis hin zu physischer und psychischer Gewalt, die im Vorfeld hätten verhindert werden können und müssen. Wenn es um Kindeswohl versus Autonomie der Erziehungsberechtigten geht, kann es jedoch ein echtes Dilemma der hier ohnehin nur scheinbar konkurrierenden Grundrechte nicht geben. Sozialprofessionelle müssen in der Lage sein, als Anwältinnen und Anwälte für soziale Gerechtigkeit verantwortungsvoll, rechtzeitig und machtvoll zu handeln. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession sollte stärker als bisher ihr Drittes Mandat für die Menschenrechte von Kindern wahrnehmen – auf allen Ebenen.

      Kindeswohl Kindeswohlgefährdung Menschenrechte Misshandlung Soziale Arbeit Vernachlässigung

    • Anna Maria Riedl (Münster)

      1. Jg. (2013) Ausgabe 2
      Kindeswohl

      Der Begriff des Kindeswohls in theologisch-ethischer Perspektive. Von einer Kindertheologie zu einer Theologie der Kindheit

      Der Beitrag untersucht die theologische Auseinandersetzung mit den Themen Kind und Kindheit. Dabei werden neben einer starken Schutztradition vor allem Defizite in der Anerkennung der kindlichen Subjekthaftigkeit und der Beteilig-ungsrechte des Kindes deutlich. Zur Überwindung dieser Defizite werden Potentiale der eigenen Tradition ermittelt und auf ihren Beitrag für eine Theologie der Kindheit hin untersucht. Die Grundfrage lautet, ob sich aus dieser theologisch -ethischen Reflexion ein Verständnis von Kindeswohl entwickeln lässt, dass auf einem Kern nicht relativierbarer Normen zum Schutz der kindlichen Würde oder Subjekthaftigkeit beruht.

      Kindheit Kindeswohl Schutz Beteiligung Theologie der Kindheit Theologische Ethik